Hartenfels 

 

 Ortsbürgermeister:

Andreas Strüder

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Zweifelsohne bilden der Burgturm "Schmanddippe" mit der unter ihm liegenden Ortschaft Hartenfels einen Blickfang in der umliegenden Landschaft.
Hartenfels wird erstmalig im Jahre 1249 urkundlich erwähnt. Dies ist das Jahr, in dem die Besitzerin Gräfin Mechthild von Sayn die Burg an den Erzbischof Arnold von Trier verkauft. Angaben über den Kaufpreis wurden nicht gefunden. Gefunden wurde aber eine Akte, in welcher nachzulesen ist, dass die Witwe Mechthild fast 90 Pfund Silber an die Verwandten ihres verstorbenen Ehegatten zahlen musste, um diese davon abzuhalten, Ansprüche an die Burg und wohl auch an Erlösanteile aus deren Verkauf zu stellen. Arnold sorgte im umfangreichen Maße für Instandsetzungsarbeiten, machte die Burg wohnlich, was er wohl solch einem Gast wie dem König der Niederlande schuldig war und begann, den Flecken Hartenfels mit einer Mauer zu umgeben. Dieses Werk setzten die Nachfolger Arnolds fort, so dass daraus ein "oppidum" entstand, eine befestigte Anlage, eine Stadt, für die der Erzbischof Balduin von Trier im Jahre 1332 auf der Grundlage der Rechte der Stadt Frankfurt vom Kaiser Ludwig dem Bayern die Stadtrechte erwarb. Einige Jahre nach der Stadtrechtverleihung begründete der Kaiser seine Entscheidung damit: "... umb sonderliche gunst, die wir han zu unsern burgern zu Hartenfels, unsern lieben getreuen denselben unsern burgern die in unser vorgenannt vesten stedtischen wohnende sind..."

Die Bürger erhielten Rede- und Schatzungsfreiheit, das heißt, sie waren von Abgaben und Belegungen anderer Art frei, allerdings unter der Bedingung, die Pforten, Mauern und Gräben der Burg in Ordnung halten zu müssen. Den Amtmännern, welche die Schlüssel der Tore hatten, war Gehorsam zu leisten.

Noch im 15. Jh. mochten die Hartenfelser bestimmte auf städtischer Freiheit beruhende Rechte besitzen, jedoch im 18. Jh. waren die Hartenfelser trotz vieler Prozesse völlige Leibeigene. Balduin besiegelte zwar das Recht: "... die von Hartenfels haben eyn als herkonnen und gewohnheyt, wer bey sie kommet, dem steet die port uffen; wer auch von ine zuge, dem stehet sie auch wider uffen; und des sint sie allewegen in gebruche gewesen...", aber für die Hartenfelser war es längst kein Recht mehr.
Eine Raubritterburg war Hartenfels nie gewesen, jedoch hat ihr Vorhandensein den Hartenfelsern ein mehr als beruhigendes Gefühl der Macht verliehen, was die Nachbargemeinden häufig zu spüren hatten, wobei es insbesondere nach der Reformation den protestantischen Dörfern gegenüber zu raubritterähnlichen Ausschreitungen kam, die bis ins Unerträgliche eskalierten.
Ansonsten aber erfüllte die Burg den Zweck, zu dem sie erworben wurde: Sie diente dazu, den Westerwäldern und insbesondere dem gelegentlich aufmüpfigen Westerwälder Adel zu zeigen, wer die Macht im Lande habe. Dies stand nicht im Widerspruch zu ihrer zweiten bedeutenden Aufgabe als Schutzeinrichtung, die von hilfesuchenden Kaufmannszügen, Reisenden oder auch entflohenen Leibeigenen in Anspruch genommen werden durfte.
Nachdem die Erzbischöfe von Trier ihr Land, wie wir heute sagen würden 'im Griff hatten' und die Zeiten des Faustrechts vorüber waren, verlor die Burg rasch an Bedeutung, hätte aber auch im Falle einer ernsthaften Belagerung solch einer nicht lange standhalten können, da sie über kein eigenes Wasser verfügte. Bei einer Untersuchung im Jahre 1996 konnte ein größeres Vorkommen an Ton entdeckt werden, der vielleicht einstmals den Boden einer unterirdischen Zisterne ausgekleidet hatte; aber es ist dies nur eine Vermutung.
Wahrscheinlich ohne Verteidigungschancen sah sich Hartenfels im Jahre 1594 der Besatzung von 2 000 Reitern und 500 Mann Fußvolk ausgeliefert, die zu einer Freibeutertruppe schottischer, irischer und holländischer Herkunft gehörten und plündernd und wüstend von Oppenheim durch den Camberger Grund über Diez nach Hartenfels gelangten und hier vermutlich für eine Woche "Quartier" bezogen. Dieser einwöchige Aufenthalt, der mit dem Abbrennen der Ortschaft zu Ende ging, bedeutete den totalen Ruin für die Bürger von Hartenfels. Ob die Burg durch den Brand in Mitleidenschaft gezogen wurde, ist nicht bekannt.
Es kamen neue Herren, und nach der Herrschaft der Freiherrn von Dehrn kam Hartenfels zum Herzogtum Nassau. Nach dem großen Brand vom 20. Mai 1863 musste das Dorf schnell wieder aufgebaut werden, wobei die Scheunen, um die Ernte unterbringen zu können, den Vorrang genossen. Es arbeiteten damals ca. 300 Arbeiter - wohl überwiegend Handwerker - beim Wiederaufbau der Gebäude. Verständlicherweise bediente man sich dabei des am nächsten befindlichen Baumaterials, nämlich der Steine von Burgmauer und Turm.

Es gab auch den Vorschlag, den Turm ganz abzureißen. Dem aber widersetzte sich die preußische Regierung und stellte eine größere Summe für Renovierungsarbeiten zur Verfügung. Mündlichen Überlieferungen nach musste der Turm ständig bewacht werden, um ein weiteres Abtragen zu verhindern. Angaben des Amtes SeIters sprechen davon, daß der Turm, dessen Höhe heute ca. 24 m beträgt, noch nach dem Verbot, weitere Steine abzutragen, 28 m hoch war. Daraus wäre zu schließen, daß irgendwann mal nach Abzug der Wachmannschaft erneut nach den Steinen die Hand ausgestreckt wurde, was niemand zu verdenken war.

Inzwischen ist wohl hinreichend bekannt, dass die jeweils höhere Etage des Turmes durch eine in der 2 m dicken Wand befindliche Treppe zu erreichen war, deren Fortsetzung auf der gegenüberliegenden Seite in der Mauer lag und nur durch das Durchqueren des Turminneren zu erreichen war. Verteidigungstaktisch einerseits klug, aber auch gefährlich, da ein möglicher Belagerer lediglich den Fußboden eines Stockwerkes zu entfernen brauchte, um die darüber befindlichen Verteidiger zur Aufgabe zu zwingen.
Bemerkenswert ist, dass das Turminnere nur durch eine in etwa 10 m Höhe liegende Öffnung zu erreichen ist. Unterhalb dieses Einstiegs befand sich das Verlies. Aus der Lage der Einstiegsöffnung ist zu folgern, dass die Burgmauern auch etwa 10 m hoch gewesen sein mussten. Über die Höhe der Stadtmauern, die im 18 Jh. 40 "Pflüge" (=landwirtschaftliche Anwesen) umschlossen, sind keine Angaben vorhanden.
In seinem umfassenden Artikel meint P. Wagner, dass das Schmanddippe unter der Last seiner 700 Jahre ein wenig gebeugt dastünde. Wir mögen die Jahre dafür verantwortlich machen, denn der Basaltkegel, auf dem der Turm steht, wird kaum nachgegeben haben. Vielleicht ist dem Baumeister ein kleiner Fehler unterlaufen? Wer will es wissen? Nicht einverstanden wollen wir mit den 700 Jahren sein; Herr Wagner wäre es wohl heute auch nicht. Bei der Frage, wie alt die Burg sei, tappen wir weiterhin im Dunkeln. Auf jeden Fall wird sie älter als 700 Jahre sein. Nach der Wende aufgenommene Kontakte zum mitteldeutschen Raum brachten keine wesentlichen neuen Erkenntnisse, jedoch wird auch dort die Frage aufgeworfen, ob es sich nicht um eine Reichsgründung handle, wobei wir dann, wenn wir annehmen, daß Heinrich I. in seinem ständigen Kampf gegen die Ungarn in seinem Land für zahlreiche Burgen sorgte, im 10. Jh. wären. Gewiss eine sehr kühne Überlegung, der man aber den gleichen Platz einräumen sollte wie der Theorie, dass es sich bei der Burg Hartenfels um eine Gründung der Grafen von Sayn handeln könnte. Der Gedanke an eine Reichsgründung passt insofern auch ganz gut ins Bild, weil Mechthild von Sayn in ihrer Ahnengalerie solch bedeutende geschichtliche Persönlichkeiten wie Kaiser Friedrich Barbarossa und Heinrich den Löwen als Großonkel und die heilige Hedwig von Schlesien aus dem Hause Andechs als allerdings noch weiter entfernte Tante nachweisen kann. Nicht unerwähnt bleiben sollten einige gemeinsame Jahre der Erziehung mit der heiligen Elisabeth von Thüringen.

Es muss jedoch betont werden, dass die vorstehend gemachten Angaben keinen Beweis für eine Reichsgründung darstellen. Diese könnte schon eher durch die historische Tatsache untermauert werden, dass zur Burg kein Land gehörte, ihre Unterhaltung aber in der durch uns sehr schwer zu erfassenden Vergangenheit doch irgendwie gesichert war. Durch das Reich?

Auf jeden Fall ist der Turm ein standhafter Zeuge dieser längst vergangenen Zeiten. Kein Wächter späht heute vom Turmstübchen in die Ferne, aber auch kein gewappneter Reiter zieht mehr mit "reisigen Genossen" vor die Tore von Hartenfels, um da "eine name" zu machen (zu plündern).
In den Jahren 1964 und 1995 fanden Renovierungen des Turmes statt
Seit 1996 wird der Turm angestrahlt und grüßt zeitweise mit einer an einem Fahnenmast angebrachten Flagge von höchster Höhe die Umgebung. 
Im Jahr 1999 jährte sich zum 750-sten Mal das Datum, an dem der Name Hartenfels niedergeschrieben wurde, womit keineswegs gesagt ist, dass Hartenfels erst 750 Jahre alt ist. Diese erste schriftliche Erwähnung war der Anlass zu einer großen Jubiläumsfeier und zur Herausgabe der Chronik von Hartenfels, die auf der Grundlage der im Archiv des Rathauses zu Hartenfels hinterlegten Quellen und der mündlichen Überlieferung entstand. Autor dieser Chronik ist der im Jahre 2004 verstorbene ehemalige Ortsbürgermeister Josef Marx (1974 - 1998).
Das rege Vereinsleben in unserer Gemeinde ist weit über deren Grenzen hinaus bekannt.

Bleibt zu wünschen, dass sich unsere Gemeinde am Holzbach als saubere Wohngemeinde mit beachtlichen gewerblichen Qualitäten weiterhin vorteilhaft in unserer schönen Westerwaldlandschaft entwickelt!

 

Ratsmitglieder / Beigeordnete  Hartenfels:

 

 

Vorname Nachname Funktion
Günter Dickopf RM und Erster Beigeordneter
Frank  Wirges RM und Beigeordneter
Daniel Mosch RM und Beigeordneter
Stefan Schröder RM
Jürgen Seibert RM
Andreas Fritz RM
Esther Eulberg RM
Hans-Jürgen Görg RM
Daniel Simon RM
Norbert Schmuck RM
Raimund Eulberg RM
Michael Wisser RM

 

  

 

Bauausschuss

 

 Mitglieder

Stellvertreter

Daniel Simon

Michael Wisser

Hans-Jürgen Görg

Raimund Eulberg

Andreas Fritz

Jürgen Seibert

 

 

 

Rechnungsprüfungsausschuss

 

Mitglieder

Stellvertreter

Stefan Schröder

Raimund Eulberg

Norbert Schmuck

Jürgen Seibert

Esther Eulberg

Michael Wisser

 

 

 

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Hauptsatzung OG Hartenfels 230614.pdf
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Satzung über die Ablösung von Stellplätz
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